CO2 Gesetz: Glarner Komitee zieht am selben Strick

Bericht: Südostschweiz / Fridolin Rast
Bilder: Eigene

Glarner Komitee kämpft für Klimaschutz und CO2-Gesetz

Selten stehen alle drei Bundesparlamentarier für ein Anliegen gemeinsam ein. Dass sie es beim CO2-Gesetz in einer breiten Allianz von Parteien und Verbänden tun, soll die Bedeutung der Vorlage zeigen.

Das Bild vor dem Rathaus soll vermitteln: «Wir ziehen alle am gleichen Strick.» Und auch an der Präsentation im Rathaus hat das Glarner Ja-Komitee zum CO2-Gesetz (siehe Box) am Dienstag diese Botschaft transportiert. «Der Klimawandel ist eine grosse, die grösste Krise, welche die heutigen Generationen erlebten», sagte Vera Ziltener, beim WWF Glarus für die Pro-Kampagne zur Abstimmung vom 13. Juni verantwortlich. Der Klimaschutz sei dringend, es stehe sehr viel auf dem Spiel für die Menschheit.

«Gemeinsam heisst auch lokal»

Der Klimawandel möge ein globales Problem sein, das man global anpacken müsse, sagt Nationalrat Martin Landolt (Mitte), aber: «Global heisst auch gemeinsam, und gemeinsam heisst: Alle müssen ihre lokalen Beiträge leisten.» So packt denn auch diese breite Allianz an, an deren Spitze somit mit Landolt und den beiden Glarner Ständeräten Thomas Hefti (FDP) und Mathias Zopfi (Grüne) alle Glarner Bundesparlamentarier stehen.

Der Klimawandel sei auch bereits sichtbar, so Landolt: «Bäuerinnen und Bauern haben das bereits erkannt.» Wenn er als Jäger und Berggänger um sich schaue, sehe er Berghänge, die von brennender Hitze ausgedörrt oder von zu intensiven Niederschlägen unterspült seien: «Die Landschaft verändert sich nicht nur, sie wird auch gefährlicher.» Glarnerinnen und Glarner, Schweizerinnen und Schweizer seien gefordert. Das CO2-Gesetz sei ein wichtiger Meilenstein in der Energiewende und konkretisiere die Energiestrategie 2050, die das Schweizer Volk 2017 deutlich beschlossen habe. Es sei ein ausgewogener Kompromiss zwischen griffigen Massnahmen und sozialer Verträglichkeit.

Arbeitsplätze im Glarnerland

Umweltschädigendes wie etwa Benzin, Heizöl oder Flugverkehr bekommt laut Landolt ein Preisschild. Dank dem Geldbeitrag der CO2-Verursacher würden andere von Anreizen für ein anderes Konsumverhalten profitieren: «Die reichlich vorhandenen Alternativen wie Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen oder Solaranlagen werden zusätzlich gefördert.» Insbesondere erhalten laut Landolt auch die Berggebiete zusätzliche Unterstützung. Mit dem Klimafonds würden spezifische Massnahmen, etwa Gebäudesanierungen gefördert. Zum Beispiel für Öl flössen heute jährlich 8 Milliarden Franken ins Ausland, so Landolt. Aber: «Es wäre ökologisch und ökonomisch wesentlich sinnvoller, dieses Geld dem einheimischen Gewerbe zukommen zu lassen.» Vom Dachdecker, der das Haus isoliert bis zum Elektriker, der die Ladestation für das Elektroauto montiert. Moderne Technologien würden die einheimische Wertschöpfung erhöhen und im Glarnerland über 600 neue Arbeitsplätze schaffen. «Ich stimme aus voller Überzeugung für das CO2-Gesetz», sagt Landolt darum: «Weil es ganz viele Chancen beinhaltet und ein wichtiger Wirtschaftsmotor werden kann.»

Als einzige Partei fehlt im Komitee die SVP, die ein Nein beschlossen hat. Man müsse auf die Alternative Wasserstoff setzen, erklärten ihre Exponenten. Das sei ein reiner «Vernebelungsvorschlag», kontert Ständerat Mathias Zopfi dieses Argument.

«In unserem Interesse»

Den Klimawandel zu bremsen, müsse im Interesse der Berggebiete sein, weil hier die Auswirkungen besonders stark seien, betont Ständerat Mathias Zopfi. Die Schweiz habe das Klimaabkommen von Paris unterzeichnet, und das CO2-Gesetz verankere das Klimaziel erstmals gesetzlich. Im Berggebiet werde der Klimafonds auch fossilfreie Busse mitfinanzieren und damit helfen, den ÖV umzustellen. «So können Wanderer und Skifahrerinnen künftig fossilfrei zu uns reisen.»

Es bestehe Handlungsbedarf, sagt auch Ständerat Thomas Hefti: «Geben Sie darum der Gesetzesvorlage eine Chance, es gibt kaum eine bessere Alternative.»

Eva-Maria Kreis (Junge Grüne) erklärt, sie sei als junge Frau im Wissen aufgewachsen, dass die Zukunft gefährdet sei. Gegen diese Bedrohung zu handeln, sei ein ganz wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und ein Ja zum CO2-Gesetz ein längst überfälliges, dringend nötiges Ja.

Das Glarner Komitee CO2-Gesetz Ja

Bereits über 150 Personen haben sich zum Glarner Komitee für ein Ja zum CO2-Gesetz zusammengetan, wie das Komitee am Dienstag bekannt gab. Sprecher sind Nationalrat Martin Landolt (Mitte) und die Ständeräte Thomas Hefti (FDP) und Mathias Zopfi (Grüne), also alle drei Glarner Bundesparlamentarier. Zum Co-Präsidium gehören weitere Politikerinnen und Politiker sowie Unternehmer und Vertreter von Verbänden. Weitere Informationen hält das Komitee auf www.klimaschutz-ja.ch/glarus im Internet bereit.