Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Transformationsaufgabe
Kolumne «Südostschweiz», 20. Februar 2026, von Dominik Hauser, Näfels
„The Times They Are A-Changin’“ sang Bob Dylan vor über 60 Jahren. Ob er dabei an das Jahr 2026 dachte, ist nicht überliefert. Doch kaum ein Songtitel beschreibt unsere Gegenwart treffender. Der Klimawandel ist keine ferne Bedrohung mehr, sondern eine Realität. Und er ist weit mehr als nur ein Umweltproblem. Er ist eine der tiefgreifendsten gesellschaftlichen Umwälzungen unserer Zeit.
In ihrem Ausmass ist die Klimaveränderung vergleichbar mit der der industriellen Revolution. Sie betrifft nicht einzelne Aspekte unseres Lebens, sondern die gesamte Gesellschaft: Wirtschaft, Politik, Umwelt, Kultur und unseren Alltag. In der Wissenschaft spricht man von einer „grossen Transformation“. Wer glaubt, diese epochale Herausforderung mit alten Denkmustern und reiner Schadensbegrenzung bewältigen zu können, irrt. Moderne Probleme verlangen moderne Lösungen.
Ein Bild macht das deutlich: Früher löschte man Brände, wenn sie ausbrachen. Bei vereinzelten Feuern funktionierte das. Doch künftig drohen vielerorts und gleichzeitig Brände – bildlich wie real. Dann fehlen Feuerlöscher und Wasser. Also müssen wir heute vorsorgen: Brände möglichst verhindern und genügend Löschmittel bereithalten. Genau hier setzt der Klimafonds an, über den wir am 8. März 2026 abstimmen. Er ermöglicht es, die ökologische Transformation aktiv und möglichst ohne grosse Einschnitte umzusetzen. Zudem ist es auch ein Innovationsfonds: Er stellt Geld zur Verfügung, um individuelle Massnahmen zu fördern und neue Ideen zu unterstützen.
Proaktives Handeln ist entscheidend, denn der Wandel ist längst im Gang, ob wir wollen oder nicht. Investitionen in erneuerbare Energien, Gebäudesanierungen und klimaneutrale Technologien schützen nicht nur das Klima, sondern stärken auch unsere Wirtschaft. Stichwort zirkuläre Ökonomie: Solche Techniken und Ideen werden die Exportschlager von morgen sein. Wer früh investiert, sichert sich einen technologischen, ökologischen und ökonomischen Vorteil.
Oft höre ich den Einwand: „Wer soll das bezahlen? Wir dürfen der nächsten Generation keinen Schuldenberg hinterlassen.“ Doch das Gegenteil ist der Fall. Nicht zu handeln bedeutet, eine implizite Schuld zu hinterlassen: Eine geschädigte Umwelt und abgehängte Wirtschaft. Das sind die schwersten Hypotheken für unsere Kinder.
Der Klimafonds trägt dieser Sorge Rechnung. Die jährlichen Einlagen in den Topf orientieren sich an der aktuellen Wirtschaftslage der Schweiz, bewegen sich zwischen 0,5 und 1 Prozent des BIP. Frühzeitige Investitionen verteilen die Lasten über die Zeit und sind massiv günstiger als spätere Schadensbewältigung nach Ereignissen wie Überschwemmungen oder Bergstürzen. Der ökonomische Nutzen von Prävention übersteigt deren Kosten um ein Vielfaches.
„Vorsprung durch Technik“, damit wirbt ein bekannter Autobauer. Übertragen auf die Klimapolitik heisst das: Jetzt handeln. Für eine intakte Umwelt und zukunftsorientierte Wirtschaft. Stimmen Sie deshalb Ja zur Klimafonds-Initiative am 8. März 2026.