Slow Sundays im Klöntal: Drei Sonntage zum Durchatmen – mit Luft nach oben
Am vergangenen Sonntag fand im Klöntal der dritte und letzte Slow Sunday dieses Jahr statt. Fast sechs Jahre ist es her, seit die Jungen Grünen gemeinsam mit den Grünen den Memorialsantrag «Slow Sundays im Klöntal» eingereicht haben – Zeit, Bilanz zu ziehen über die drei autofreien Sonntage.
Ruhe kehrt ein und der Langsamverkehr blüht auf
Mein eigener Slow Sunday begann letzten Sonntag am Bahnhof Glarus, im Bus Richtung Klöntal. Im Abteil nebenan erzählte eine Familie, dass sie extra heute ins Klöntal fahren – an anderen Wochenenden sei es zu überfüllt. Genau das ermöglichen die Slow Sundays: eine fantastische Ruhe fernab der Hektik des Alltags. Hinter das Ziel, mehr Erholungsqualität im Klöntal zu ermöglichen, kann deshalb ein grosser Haken gesetzt werden.
Rekordverdächtig viele Velos waren auf der Klöntalerstrasse und rund um den See unterwegs. Die Slow Sundays zeigen damit eindrücklich, wie attraktiv verkehrsberuhigte Strassen für den Langsamverkehr sein können.
Zu viele Autos, die talauswärts fahren
Wirklich autofrei waren die drei Sonntage allerdings noch nicht: Durchschnittlich alle zwei bis drei Minuten fuhr ein Auto talauswärts, während kaum Autos hochfuhren. Velofahrer*innen mussten so alle paar Minuten einem herunterfahrenden Auto ausweichen. Grund dafür ist, dass der Regierungsrat den gesamten abfliessenden Verkehr pauschal vom Fahrverbot ausgenommen hat. Gezielte Ausnahmen statt einer pauschalen Erlaubnis wären ein wichtiger nächster Schritt, um die Slow Sundays wirklich slow zu gestalten.
Mehr Kommunikation, weniger Überraschungen
Selbst am dritten Slow Sunday im August mussten in Riedern mehrere Hundert Autos zurückgewiesen werden. Mit einer stärkeren Kommunikation liessen sich unnötige Anfahrten – und der damit verbundene Ärger – vermeiden, und mehr Menschen könnten das Angebot nutzen.
Ein Alleinstellungsmerkmal mit viel Potenzial
Schon dieses Jahr entstanden ein paar öffentliche Angebote wie ein CleanUp Day, eine Wandertour, eine Schnitzeljagd oder eine Biketour. Das Klöntal wird an den Slow Sundays zu einem einzigartigen Natur- und Erholungsraum. Diesen Standortvorteil sollten wir nutzen, nicht brachliegen lassen.
Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf die Slow Sundays im nächsten Sommer: hoffentlich mit spannenden Events, weniger abfliessendem Verkehr – und mindestens genauso viel Ruhe und Entschleunigung.